Ein Augenblick

 

 

Noch nie haben wir einen Augenblick

sehnlicher erwartet.

  

Noch nie haben wir einen Augenblick

tiefer geliebt.

  

Noch nie haben wir einen Augenblick

ehrlicher gedankt.

  

Noch nie haben wir einen Augenblick

schmerzlicher erlitten

 

 

In diesem Augenblick bist Du Felix geboren
und hast unser Leben reicher gemacht.

 

 

 

 

 

Nach einer Woche Einleitung in der Klinik Rechts der Isar war es endlich so weit.

 

 

 

 

Nach fast einer Woche Einleiten ist heute am Montag, den 17.09.2007 um elf Uhr endlich die Fruchtblase geplatzt und die Wehen gingen richtig los.

 

Juhu, jetzt konnte es nicht mehr lange dauern bis unser Sohn das Licht der Welt erblicken würde. Unsere Hebamme schickte uns nach dem EEG wieder mal, wie schon die ganze Woche auch, zwei Stunden zum Spatzieren, um die Geburt in die Gänge zu bringen.

 

Wir informierten schon mal unsere Familie darüber, dass Felix bald da sein würde, denn zu diesem Zeitpunkt wussten wir ja noch nicht, dass es noch bis zum nächsten Tag dauern sollte.

 

Die regelmäßig anstehenden zweistündigen Spaziergänge waren sehr schmerzhaft und anstrengend, zumal die Wehen auch immer schmerzhafter wurden.

Spät Abends gaben wir dann noch unseren Familien bescheid, dass es mit der Geburt am heutigen Tage wohl nichts mehr werden würde und sie sich doch noch etwas gedulden mussten.

 

Nachdem es ja unter Umständen doch jede Minute los gehen konnte, schlief mein Mann mit mir im Kreissaal. Der Ärmste musste sich jedoch mit dem Boden begnügen, was mir in diesem Moment aber egal war , da ich selber starke Schmerzen hatte.

 

Gegen halb drei Uhr nachts, kam die Hebamme zu mir meinte, dass sie den Anästhesisten für eine PDA bestellt hätte. Auf Nachfrage sagte sie zu mir, dass ich mich dringend ausruhen müsse, um für die Geburt bei Kräften zu sein.

Ehrlich gesagt hatte ich vor der PDA mehr Angst als vor den Schmerzen, zumal der Anästhesist auf uns so einen unausgeschlafenen Eindruck machte.

Doch es ging alles gut und ich konnte endlich schlafen, die Hebamme kam nur hin und wieder um mich zu wecken wenn Felix Herztöne sich verschlechterten.

 

Zum Schichtwechsel 8.00 Uhr tat sich immer noch nichts und die Hebamme schraubte den Wehentropf noch höher.

Gegen 13 Uhr wurden Felix Herztöne schlechter, die Oberärztin kam zu mir und sagte, dass sie uns noch eine Stunden Zeit geben würde. Wenn sich bis dahin nichts tun würde, wäre ein Notkaiserschnitt die letzte Lösung.

Für mich kam ein Kaiserschnitt überhaupt nicht in Frage, da ich so schnell wie möglich nach der Geburt bei meinem Sohn im Deutschen Herzzentrum sein wollte.

 

Felix Herztöne verschlechtern sich gegen 14 Uhr immer mehr, aber zum Glück war wieder Schichtwechsel und wir hatten wieder die Hebamme, die uns bereits die ganze Woche begleitet hatte. Zu ihr hatten wir mittlerweile ein sehr gutes Verhältnis aufgebaut und sie meinte auch mit einem Lächeln, dass sie  nun zu Ende bringen würde, was sie auch begonnen hat.

Felix lag mit dem Gesicht nach oben und war somit ein so genannter Sternenkucker. Die Hebamme versuchte Felix im Geburtskanal zu drehen, während die Kreissaalärztin auf meinem Bauch lag und dadurch verhinderte, dass Felix wieder nach oben rutschte.

 

Plötzlich waren Felix Herztöne weg und nicht nur wir, sondern auch die Hebamme und die Ärztin waren darüber sehr erschrocken. Nach kurzen suchen konnten aber zum Glück wieder Herztöne gemessen werden.

ENDLICH!!! Nach 23 Stunden in Wehen war es dann so weit. Felix erblickte um 14.38 Uhr das Licht der Welt.

Voller Glück und aber auch aus Angst vor der Zukunft, fingen wir beide an zu weinen.

 

Sofort nach der Geburt, wurde unser Felix von einer Reihe Kinderärzte in Empfang genommen und wir als Eltern durften ihn nicht einmal berühren geschweige denn seinen ersten Schrei hören. Durch die Kinderärzte wurde er sofort versorgt, wo ihm das Medikament Prostaglandin verabreicht wurde, um so seinen Ductus offen zu halten, welcher für den Herzkreislauf notwendig ist. Würde sich dieser verschließen, hätte unser Felix keine Überlebenschance gehabt.

 

Felix wog 3380 g und war 55cm groß. Seine APGAR Werte waren 8; 9; 9. Was sehr gute Werte sind, wenn man bedenkt, dass unser Felix mit einem schweren Herzfehler zur Welt gekommen ist.

 

Erwin durfte, nachdem Felix fürs erste versorgt war, kurz zu ihm, um ein Foto von unserem Zwerg zu machen. Anschließend wurde Felix sofort auf die Intensivstation verlegt.

Gegen 16.00 Uhr durften wir dann auch endlich zu unserem Kind auf die Intensivstation. Felix war schon verkabelt und wurde am Monitor überwacht. Wenn man ihn da so liegen sah, sah man ihm überhaupt nicht an, dass er so schwer krank ist.

Für kurze Zeit durften wir ihn auch auf den Arm halten. Wir waren über diesen Moment sehr glücklich und zugleich doch sehr traurig, was man uns auch ansah. Noch hofften wir, dass es vielleicht doch alles gut werden würde. Auf der Intensivstation wurde Felix von Frau Prof. Oberhoffer untersucht und gegen 18.15 Uhr sofort vom DHZ -Team abgeholt und ins Herz Zentrum gebracht.

 

Ich wurde anschließend in ein Zimmer gesteckt, wo eine glückliche Mama mit ihrem frisch geboren gesunden Baby lag, welches auch noch Felix hieß. Die andere Familie so in ihrem Glück zu sehen tat so sehr weh, dass ich am liebsten weinend aus dem Zimmer gerannt wäre.

 

Der Wunsch, unserem Baby Nahe zu sein, dies aber nicht zu dürfen, war unerträglich. Nachdem ich noch etliche Untersuchungen über mich ergehen lassen musste, konnte ich mich endlich gegen 20.00 Uhr aus dem Krankenhaus auf eigenen Wunsch entlassen und wir fuhren sofort zu unserem Schatz ins Herzzentrum.

 

Dort angekommen, sahen wir unseren Sohn auf der Intensivstation 3.3 wieder und es wurde uns gesagt, dass er heute nicht mehr operiert werden müsse bzw. kein Herzkatheter stattfinden würde.

Unser Sohn sah noch sehr mitgenommen aus, aber keinesfalls krank. So wie er da lag, hätten wir in am liebsten auf dem Arm genommen und geknuddelt. Dies war aber leider nicht möglich, da er schon wieder verkabelt und an div. Geräte angeschlossen war.

Nachdem wir ca. 1 Stunde mit unserem Baby verbringen durften, mussten wir die Station verlassen, damit unser Kind zur Ruhe kommen konnte. Und so verließen wir schweren Herzen gegen 21.00 Uhr die Station und gingen in unser Ronald McDonald´s Haus, welches sich gleich neben dem DHZ befindet.

 

 

 

Wie ein Stern am Himmelszelt,
wie eine Kerze, welche die Nacht erhellt,
wie ein kleiner Sonnenschein,
so kam am 18.09.2007

          F e l i x

                                                                in unser Leben hinein.

 

 

 

Herzlich willkommen auf dieser Welt! Neun Monate habe ich Dich unter meinem Herzen getragen. Ganz gespannt haben wir Deine sanften Klopfzeichen wahrgenommen und fasziniert beobachtet wie Deine kleinen Füßchen und Dein Po lustige Beulen auf meinen Bauch gemalt haben. Nun ist es endlich soweit, dass wir Dich in den Arm nehmen können.Wir haben Dich ganz fest lieb! Mama und Papa.

 

 

 

Ein Sternlein ist anders und trotzdem leuchtes es in der Nacht. Unser Kindelein ist anders, und ist ein ganz besonderer Stern, hat doppelt uns nötig, hat doppelt uns gern. Es bringt uns Kummer, ein Geschenk ist er trotzdem, er macht uns unser Leben reich. Wir wollen lieb haben unseren besonderen Schatz, bei uns hat das Kindelein im Herzen ein besonderen Platz.